Bookshelf: "The War of Art: Break Through the Blocks and Win Your Inner Creative Battles" by Steven Pressfield

If you don’t have any trouble at all to sit down and focus on a (creative) project, consider yourself lucky and feel free to skip this article because you won’t need any of the informations below!

However, If you are like most people, you probably have difficulties to sit down and immerse yourself in your work, and you will know this gnarling feeling that arises as soon as you want to take the first step. It is the reason why we procrastinate.

Steven Pressfield calls it Resistance. Resistance kept me away from working on my Ph.D thesis, it kept me away from starting this blog and it is currently trying to keep me away from writing these lines. This small book offers insights into how this phenomenon works and how we can deal with it.

I consider it to be one of the the most important books I have read so far and remind myself of its wisdom every time I try to avoid facing new (creative) challenges. It’s a quick read and you don’t have to be an artist to draw value from it. The concept is equally relevant for students, scholars, athletes and many more, because at the end of the day, we are all, in one way or another, creators.

Bibliographical info: Steven Pressfield: The War of Art: Break Through the Blocks and Win Your Inner Creative Battles, New York u.a. 2002.

Amerika im Kopf

„Autobiography is one approach to the exploration of film’s power to affect our everyday lives“ (1), heißt es in einem Aufsatz von Christina Beal Kennedy. Dieser Ansatz ist mit meinem eigenen Werdegang vergleichbar, denn die (wissenschaftliche) Beschäftigung mit Filmen ist das Ergebnis einer seit Jugendtagen gepflegten Faszination für das Kino und Amerika.

Nachdem ich in den späten 90er Jahren an der Seite von Winnetou den Wilden Westen „erschlossen“ hatte (der in diesem Fall nicht der echte amerikanische Westen ist, sondern Landschaften in Kroatien und Jugoslawien, die als Stellvertreter dienen), machten mich TV-Serien wie MacGyver (1985-92) und Miami Vice (1984-90) mit dem urbanen Amerika vertraut. Eigentlich durfte ich nur selten fernsehen, der Reiz des Verbotenen trieb mich jedoch ständig ins heimische Wohnzimmer, wo ich mich, sobald sich die Familienoberhäupter zum Mittagsschlaf zurückgezogen hatten, ganz dicht vor dem Fernseher platzierte. Der Ausschaltknopf blieb immer in Reichweite, für den Fall, dass schlechter Schlaf, eine schwache Blase oder sonstige Unwägbarkeiten die Verwandtschaft vorzeitig aus den Gemächern zwang. 

Der Sog amerikanischer Popkultur erfasste mich und griff auch auf mein Leben abseits der Mattscheibe über, als die Ausläufer der Hip-Hop-, Gangsta-Rap- und Skaterkultur vorübergehend in meiner Schulklasse Station machten. Eminem, Snoop Dogg und Tony Hawk wurden Helden. Wer dazugehören wollte trug Hosen, bei denen jedes Bein die Dimensionen eines Schlafsacks besaß, kleidete sich in weiten Pullovern mit lässigen Logos und riskierte Knöchelfrakturen beim Einstudieren von Tricks mit dem Skateboard. Oft sammelten wir Inspiration (und Mut) beim gemeinschaftlichen Konsum von Skate-Videos, in denen die Stars der Szene in halsbrecherischen Manövern durch Parks und Straßenschluchten amerikanischer Großstädte jagten.

Vor Selbstbewusstsein strotzend griffen wir anschließend selbst unsere Bretter und traten vor die Haustür. Noch vernebelt durch die Impressionen von Los Angeles oder New York, professionellen Skateparks und noch professionelleren Skatern wurden wir dort allerdings von der tristen Realität der norddeutschen Provinz empfangen. Und ich von der tristen Realität meines eigenen Könnens. 

In Celluloid Skyline. New York and the Movies beleuchtet James Sanders die durch mediale Repräsentationen entstehende Transformation einer realen Stadt zu einem mythischen Ort von großer Anziehungskraft. „A mythic city embodies the idea of a city (…). An idea can travel, after all, as a city cannot - radiating across land and sea into the minds of millions around the world. Those who have never seen or visited the real place can nonetheless imagine it intensely (…).“ (2) 

Dieses Konzept ist durchaus auf ganze Nationen übertragbar und so bin auch ich dank der amerikanischen Omnipräsenz in Kino, TV und Alltagskultur in jungen Jahren dem von Sanders beschriebenen Zerrbild erlegen. Das Interesse an der Filmkultur anderer Länder vernachlässigte ich sträflich, sichtete zwar pflichtschuldigst Werke europäischer Filmemacher, nur um am Ende doch wieder den Sirenen Hollywoods zu erliegen.

Was mir folglich über Amerika selbst und seine Geschichte bekannt ist, habe ich vor allem im Kino „gelernt“. „Hollywood has been your best history teacher - because it is what you remember.“ (3), schreibt Mark Cronlund Anderson treffend. Der Grund ist schnell erfasst: Weil Filme unseren gesamten sensorischen Apparat adressieren, sehen und hören wir die Geschichten nicht nur, wir fühlen sie auch, werden emotional überwältigt. Und niemand beherrscht diese Kunst so gut wie die Amerikaner.

Ihr Hang zur Überwältigung des Publikums ist nicht nur im Kino zu bestaunen, sondern in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Sei es die Inszenierung von Präsidentschaftswahlen, Sportereignissen wie dem Super Bowl oder Konzerten großer Bands; in dem surreal anmutenden Schauspiel visueller und akustischer Reize, die einem Entgegenschlagen wenn man, vorzugsweise bei Nacht, mitten auf dem Times Square steht; in den imposanten Blicken, die Aussichtsplattformen wie der Grand Canyon Skywalk oder das One World Observatory gewähren; und im Umfang mancher Essensportion, deren Verzehr eine anschließende Lebersanierung nahe legt.

Wie durchdrungen ich von all diesen Eindrücken bin und wie schwer sie auch für die scheinbar kritisch geschulte Wahrnehmung des Wissenschaftlers in mir zu überwinden sind, offenbarte meine erste Reise nach New York. Natürlich „kannte“ ich die Stadt bereits durch meinen beträchtlichen Filmkonsum. Dort begleitete ich Woody Allen und Diane Keaton auf ihrer Wanderung durch Manhattan, die früh morgens auf einer Parkbank am East River, im Schatten der Queensboro Bridge, ihr Ende fand (Manhattan, 1979). Ich saß mit Harry und Sally bei Katz’ Delicatessen (When Harry met Sally, 1989), bin in de Niros Taxi durch das Lichtermeer der nächtlichen Metropole gestreift (Taxi Driver, 1976), war mit Dustin Hoffman im Central Park joggen (Marathon Man, 1976) und lernte mit Charlie Sheen die Raffgier der Hochfinanz kennen (Wall Street, 1987).

An einem der ersten Tage der Reise verwechselte ich versehentlich die express train (hält nur an wenigen Stationen einer Route) mit der local train (hält an jeder Station) und fand mich plötzlich in Harlem wieder, jenem nördlichen Teil Manhattans, der aufgrund seiner einst hohen Kriminalitätsrate landesweit berüchtigt gewesen ist. Verwirrt entstieg ich der Bahn und machte auf der Stelle kehrt, als ich realisierte wo ich gelandet war. Zwar wusste ich, dass man heute längst nicht mehr als Anwärter auf die Tapferkeitsmedaille gilt, wenn man in diese Gegend kommt, schoben sich mir unwillkürlich all die Klischees wie ein Schleier vor das Bewusstsein, die mein Bild dieses Stadtteils noch immer zu beeinflussen scheinen.

Ich bin dann doch noch zweimal nach Harlem aufgebrochen, um diese vor allem in der Jugend aufgenommenen Vorstellungen mit Bildern der Realität zu überschreiben. In der Tat hat die allerorten um sich greifende Gentrifizierung dazu beigetragen, dass aus dem einstigen Ghetto längst ein Stadtteil im Aufbruch erwachsen ist. Touristen flanieren entlang der 125ten Straße, die Mieten steigen. Lediglich im nördlichen Teil, unweit des Rucker Park Basketball-Courts, wo schon Allen Iverson dribbelte, Kobe Bryant dunkte und Kevin Durant 66 Punkte erzielte, spürt man noch den sozialen Verfall, der früher das gesamte Viertel beherrscht hat. Mediale Repräsentationen und Realität wurden eins beim Anblick eines „Gangsta“ der dort mit wummerndem Ghettoblaster flanierte und mich an jene Tage erinnerte, an denen diese Einflüsse meinen „Dresscode“, Musikgeschmack und meine Stereotypen von Harlem bestimmt haben.

Befindet man sich selbst an Orten, die man zuvor nur virtuell bereist hat, verschwimmt reales mit fiktionalem. Ist die eigene Wahrnehmung wirklich noch die eigene oder betrachtet man heute alles nur noch durch einen Filter von Vorprägungen? Vermutlich beides. Immer wieder beobachtete ich mich dabei, wie ich versuchte die Lebenswelt auf Emotionen abzutasten, die mir zuvor durch mediale Abbilder derselben aufgedrängt worden sind. Das gelingt allerdings nur sporadisch, auch weil Filme Orte verdichten und durch geschicktes Set Design verändern. „Woody Allens“ Bank suchte ich vergeblich.

Visuelle Medien bestimmen heute in zunehmendem Maße unsere Wahrnehmung von Realität. Sie beeinflussen unsere Meinung zu geopolitischen Sachlagen, unseren Wunsch bestimmte Destinationen bereisen zu wollen und sie schüren unser Verlangen nach bestimmten Erfahrungen. Dass es wichtig ist, sich kritisch mit diesen Beeinflussungspotenzialen auseinanderzusetzen, wird einem vor allem dann bewusst, wenn man versucht, den eigenen Prägungen nachzuspüren. Es sollte einen jedoch nicht davon abhalten, sich trotzdem immer wieder der Magie des Kinos hinzugeben.

Die Idee zu diesem Text ist übrigens ebenfalls durch einen Film inspiriert. Mid90’s (2018) von Jonah Hill.


(1) Christina Beal Kennedy: Living with Film. An Autobiographical Approach, in: Chris Lukinbeal/Stefan Zimmermann (Hgg.): The Geography of Cinema - A Cinematic World, Stuttgart 2008, S. 187-204, S. 202.

(2) James Sanders: Celluloid Skyline. New York and the Movies, New York 2001, S. 15.

(3) Mark Cronlund Anderson: Cowboy Imperialism and Hollywood Film, New York 2007, S. 2.

One to watch: "Garbage Warrior" (2007) by Oliver Hodge

This section is as a place where I share films that address ideas I find inspiring and important.

Architecture has been a major focus of my earlier studies in art history and even became part of my master thesis which examined the role of architecture in the cinema of Michael Mann.

At university we learned quite a bit about the art, history and concepts of construction, but unfortunately we never heard of Michael Reynolds and his innovative Earthship project. In the desert of New Mexico, Reynolds and his team build almost autonomous and self-reliant residential houses that look like they are straight out of a Star Wars movie. They are - for the most part - build using waste and natural materials such as old tires, cans, bottles, and earth.

“Garbage Warrior” (dir. by Oliver Hodge) is a portrait of a maverick and his vision to improve the way human beings reside on this planet. It gives insight into Michael Reynolds’ approach to designing sustainable homes, his struggles to keep his ideas alive in a bureaucratic system, and the concept of the earthship housing solution in general. You don’t have to be interested in architecture to become inspired by this movie!

Check out the trailer below:

Source: Youtube.com


Kunstgeschichte im Multimedia-Zeitalter

„Und? Was machst Du so (beruflich)?“ Zuletzt pflegte ich diese unvermeidliche Gesprächseröffnung mit dem Verweis auf die Arbeit an meiner Dissertation zu beantworten. Meistens zog das eine ebenso unvermeidliche Folgefrage nach sich: „Cool, worum geht’s?“, oft begleitet von einem Neugierde signalisierenden Anheben der Augenbrauen. 

 „Es geht um die Rhetorik der Landschaftsdarstellung im Hollywoodkino. Ich untersuche das am Beispiel von „Der mit dem Wolf tanzt“.“ 

Handelte es sich nicht um Kommilitonen oder Gleichgesinnte, war das Gespräch hier meistens wieder beendet. Mein Gegenüber hisste die weiße Flagge und versuchte den Dialog höflich in seichtere Gewässer zu lenken.

Entscheidet man sich, ein Fach wie Kunstgeschichte zu studieren, sind solche Situationen nicht ungewöhnlich. Als Medizinerin, Ingenieur, Juristin oder Psychologe hat man es sicherlich leichter. Die gesellschaftliche Relevanz ist schnell erkannt und die Feststellung, dass sich ein Gesprächspartner in diesen beruflichen Sphären bewegt wird zumeist mit anerkennenden Gesten goutiert. 

Aber Kunstgeschichte? Warum soll man sich mit so was beschäftigen? Gibt es keine dringlicheren Probleme in der Welt? Zugegeben, abgesehen von einem grundsätzlichen Interesse an Kunst stellte sich mir diese Frage nicht selten. Vieles schien zu abstrakt und häufig fehlte der Bezug zum „echten Leben”. Hinzu kommt, dass die Erkenntnisse, die dieser Fachbereich ans Licht bringt, in der Regel in eine sprachliche Form gepresst werden, die einem Laien (und nicht nur dem) zuweilen jegliches Verständnis und damit zugleich auch jegliches Interesse raubt, um sich näher damit zu befassen.

Erst als ich meine Begeisterung für das Kino mit dem Studium verknüpfte, wurde die Existenz eines solchen Bezugs etwas klarer und die Idee zu meiner Dissertation entstand aus einer recht banalen Feststellung: Ich war zu diesem Zeitpunkt noch nie in Amerika gewesen, bildete mir allerdings ein, genau zu wissen wie es dort aussieht. Ich war „überzeugt”, dass eine Stadt wie Chicago sehenswerter sei als Detroit und glaubte an die mythischen Freiheitsversprechen der einsamen Highways des amerikanischen Westens (das tue ich irgendwie immer noch). 

Woher kommen diese Vorstellungen? Vor allem aus den Medien. Aus Kino, TV, Internet usw.

Im heutigen Informationszeitalter werden wir auf verschiedensten Wegen mit Inhalten überschüttet. Sei es, dass ein Kontakt bei Instagram die Welt darüber in Kenntnis setzt, dass es Müsli zum Frühstück gegeben hat, oder die Nachrichten, dass die Amerikaner mal wieder irgendwo einmarschieren wollen und in China ein Sack Reis umgefallen ist. Binnen weniger Augenblicke sind wir in der Lage an mehr Informationen zu gelangen, als ein Mensch vor 100 Jahren möglicherweise in seinem gesamten Leben hat sammeln können. 

Visuelle Inhalte haben dabei eine große Bedeutung. Konnte man vor einigen Jahren bei Twitter lediglich mehr oder weniger Sinnvolles in 120 Zeichen pressen, ist es heute nahezu unerlässlich, seine „tweets” mit Bildern zu versehen, um im endlosen Strom des Infotainments überhaupt noch aufzufallen.

Das kommt nicht von ungefähr. Bilder besitzen eine enorme Wirkung. Sie brennen sich stärker ins Gedächtnis ein, als es das gesprochene Wort zu tun vermag. Sie sind in der Lage Emotionen hervorzurufen und sowohl einzeln, als auch in der Multiplikation unterschiedlicher Visualisierungen einer Sachlage Überzeugungen zu schaffen. Die Bewegtbilder des Kinos oder Fernsehens sind dahingehend besonders verführerisch, da die Beschaffenheit dieser Formate der lebensweltlichen Erfahrung des Menschen sehr nahekommt.

Wie sich dies auf unsere Wahrnehmung auswirken kann, beschreibt der Filmwissenschafter Martin Lefebvre treffend: “When I travel through that part of Navajo land that straddles Utah and Arizona known as Monument Valley, I (…) think of Hollywood Westerns, especially John Ford’s films. My own “framing“ of the land, the photos I take, are all “contaminated“ by my experience and memory of these films, of what that stretch of land has come to stand for symbolically. The cinema has thus dramatically transformed the experience that we have of that land (…).” (1)

Was hat all das jetzt mit Kunstgeschichte zu tun? 

Der Mensch hat natürlich nicht erst seit Kurzem begonnen sich in Bildern auszudrücken. Er tut dies schon sehr lange. Genau genommen seitdem er auf dieser Erde unterwegs ist. Im Laufe der Jahrhunderte hat er Techniken und Gestaltungsprinzipien entwickelt, die seinen bildlichen Darstellungen immer realistischere Züge verliehen haben. Bildproduzenten, die mit modernen Medien wie Film und Fotografie arbeiten, greifen diese Gestaltungsmuster teils bewusst, teils unbewusst auf und entwickeln sie durch die neuen technischen Möglichkeiten weiter. Bestimmte Motive, Symboliken und ästhetische Merkmale finden dabei immer wieder Verwendung und werden medienübergreifend neu inszeniert.

Die Konsequenz ist, dass wir, wie es Lefebvre beschreibt, gewisse Dinge scheinbar gar nicht mehr mit „eigenen Augen” sehen, sondern unser Blick durch die Vielzahl bereits existierender Abbilder einer Sache durchtränkt ist. Das Aufkommen sogenannter „Instagram-Hotspots” tut hierfür sein Übriges.


Bildquelle:  http://dumbonyc.com/blog/2016/02/09/dumbo-brooklyn-film-tv-locations/   Berühmt geworden durch eine Einstellung in Sergio Leones Gangster-Epos „Once upon a time in America” (1984, siehe oben), ist dieser Blick auf die Manhattan Bridge in Brooklyn heute eines der meist fotografierten Motive in New York und Beispiel dafür, wie bestimmte Darstellungsweisen eines Objektes über die Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgegriffen werden und so den eigenen Blick „manipulieren” können.

Bildquelle: http://dumbonyc.com/blog/2016/02/09/dumbo-brooklyn-film-tv-locations/

Berühmt geworden durch eine Einstellung in Sergio Leones Gangster-Epos „Once upon a time in America” (1984, siehe oben), ist dieser Blick auf die Manhattan Bridge in Brooklyn heute eines der meist fotografierten Motive in New York und Beispiel dafür, wie bestimmte Darstellungsweisen eines Objektes über die Jahrzehnte hinweg immer wieder aufgegriffen werden und so den eigenen Blick „manipulieren” können.

Foto: Henry Weidemann

Foto: Henry Weidemann

Das ist grundsätzlich erst mal nichts Schlechtes. Als Konsument von (Bild-)Medien muss man allerdings der Tatsache gewahr sein, dass diese, abhängig vom Urheber und Kontext, zur gezielten Lenkung unserer Wahrnehmung genutzt werden. Handelt es sich um die Urlaubsfotos eines Freundes, mag das harmlos sein. Geht es um die mediale Darstellung geopolitischer Sachlagen wird es schon komplizierter.

Die Kunstgeschichte ist reich an Beispielen die zeigen, wie Bilder seit jeher zu unterschiedlichen Zwecken gebraucht wurden und wie die dahinterstehenden Intentionen gestalterisch umgesetzt worden sind. Als Beispiel sei auf die amerikanische Landschaftsmalerei des 19. Jh. verwiesen.

Zur Zeit der großen Westexpansion schlossen sich Maler und Illustratoren in Auftrag gegebenen Expeditionen an und kehrten mit teils spektakulären Ansichten der neu erschlossenen Gebiete nach Hause zurück. Nicht selten wurden dabei topografische Realitäten zugunsten einer romantischen Idealisierung der Szenerie ignoriert. Für die Gestaltung bediente man sich europäischer Vorbilder und transferierte deren Kompositionsprinzipien in einen amerikanischen, von der Idee des „Manifest Destiny” geleiteten Kontext.

Albert Bierstadt: Rocky Mountains, Lander’s Peak, 1863, Öl auf Leinwand, Maße: 186,7 cm x 306,7 cm, Metropolitan Museum of Art, New York City. Leider hat mein Smartphone sich dazu entschieden die Linien zu verzerren. Foto: Henry Weidemann

Albert Bierstadt: Rocky Mountains, Lander’s Peak, 1863, Öl auf Leinwand, Maße: 186,7 cm x 306,7 cm, Metropolitan Museum of Art, New York City. Leider hat mein Smartphone sich dazu entschieden die Linien zu verzerren. Foto: Henry Weidemann

Naturkulissen wie die Rocky Mountains oder die Regionen der heutigen Nationalparks Yosemite und Yellowstone lockten mit ihrer zuvor nie gesehenen Pracht als „Paradies” und „Promised Land”. Die Präsentation solcher Bilder muss in den Menschen an der Ostküste und in Europa unweigerlich die Sehnsucht geweckt haben, diese Territorien selbst zu erschließen und zu besiedeln. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt, wenngleich man ihn natürlich nicht einzig solchen Darstellungen zuschreiben kann. 

Es zeigt allerdings, wie sich Bilder lange vor Anbruch des Multimedia-Zeitalters zum Zwecke der Kommunikation der Ideologien führender Eliten instrumentalisieren ließen und man schon damals in der Lage war, auf Grundlage einer künstlerisch erzeugten Illusion Überzeugungen zu generieren. Wie dies konkret im Detail umgesetzt worden ist, ist ein anderes Thema und würde an dieser Stelle zu weit führen.

Das kunsthistorische Wissen und das damit verbundene Verständnis solcher Entwicklungen gewinnt in Zeiten (audio-)visueller Dauerbeschallung eine immer größere Bedeutung und kann einen wichtigen Beitrag zur kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit den Wirkungsweisen und Beeinflussungspotenzialen medialer Darstellungen leisten. Die technischen Mittel mit denen in der heutigen Zeit Bilder produziert werden mögen mitunter neuartig sein, die Art und Weisen wie sie eingesetzt und gestaltet werden können sind es nicht immer. Sie sind lediglich raffinierter und komplexer geworden, was einen achtsamen Umgang mit ihnen umso notwendiger macht. 

Bookshelf: "Sacred Hoops. Spiritual Lessons of a Hardwood Warrior" by Phil Jackson.

Academic training involves a lot of reading. But I was way too curious to just stick with the sometimes dull material I had to read for my studies. Driven to find out why things are the way they are and why we as humans do what we do, I constantly try to expand my horizon by exploring all sorts of other non-fiction writing. Biographies, books on psychology, spirituality, sports, self-development, entrepreneurship etc..

On this blog I will occasionally share some of the books that have made a profound impression on me. I’ll start with one of my favourite sports books written by Phil Jackson: Sacred Hoops. Spiritual Lessons of a Hardwood Warrior.

Phil Jackson is considered as one of the greatest basketball coaches of all time. With 11 NBA-Championship rings (two as a player, nine as a coach) he certainly is the most successful. During his time as head coach of the legendary Chicago Bulls (with Jordan, Pippen & Rodman) and the Los Angeles Lakers (with Bryant & O’Neal) he developed strategies that transcended what you would usually expect to get taught in sports practice sessions. 

Besides traditional training concepts, Jackson integrated Native American philosophy (being born and raised in North Dakota, he elaborates on spiritual lessons of the Lakota tribe in particular) and Zen Buddhism into his approach which in turn helped to keep the big egos of stars like Jordan and Pippen at bay and turn them into selfless team players. One aspect of forming his teams into championship squads was by calling on the player’s need to connect to something bigger than themselves.

What I like about Jackson’s idea is that he didn’t shy away from including ideas and concepts that - on the surface - went beyond the scope of his initial field of expertise. The successes he’s had speak for themselves. It is an approach that I value a lot, and that should be getting more attention, no matter the context. One Lakota seer Jackson cites in his book put it best: „Our quest, our earth walk, is to look within, to know who we are, to see that we are connected to all things, that there is no separation, only in the mind“ (Sacred Hoops, p. 109).

Bibliographical info: Phil Jackson: Sacred Hoops. Spiritual Lessons of a Hardwood Warrior, New York, NY 1995.